Häufig enden Bauprojekte im Rechtsstreit. Handwerksbetriebe klagen über unbezahlte Rechnungen, vorgeschobene Mängel und jahrelange Rechtsstreitigkeiten. Besonders in der Kritik: die mächtigen Generalunternehmen.
Wie oft Bauprojekte in Streit enden, dazu gibt es keine Zahlen. Verschiedene Branchenvertreter bestätigen aber den Trend: «Es ist leider eine Tendenz, die in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat», sagt Thomas Weibel, Vizedirektor des Baumeisterverbands. Ein Grund: Die Auftraggeber schieben Risiken auf Subunternehmen ab. Diese Entwicklung könnte für den Bau zum Problem werden: Streit treibt Kosten in die Höhe und gefährdet die Qualität. Zahlreiche etablierte Handwerkbetriebe sagen gegenüber SRF Investigativ, sie würden nicht mehr für Generalunternehmen und Grossprojekte arbeiten.
Lösung gesucht
Die Baubranche ist sich einig: Es braucht Veränderung. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA fordert ein neues Vertragsmodell. In Zukunft sollen auf dem Bau gleichberechtigte Partner gemeinsam die Risiken tragen und zentrale Entscheide fällen. Dieses sogenannte «Allianzmodell» hat sich bereits in verschiedenen Ländern etabliert. Die Hoffnung: Es soll Streit verhindern und sicherstellen, dass kein Betrieb auf offenen Rechnungen sitzen bleibt.
News SRF - Streit auf dem Bau - Handwerksbetriebe vor dem Ruin